Modeschmuck – No Go oder eine willkommene Alternative?

Modeschmuck
Alle Schmuckliebhaberinnen und –Liebhaber wissen, dass man heute nicht mehr Unmengen an Geld ausgeben muss, um sich mit funkelnden Steinchen, auffälligen Ohrringen oder Ketten schmücken zu können. Das Zauberwort lautet „Modeschmuck“. Modeschmuck erlaubt es auch den finanziell chronisch Klammen (oder wahlweise auch den chronisch Geizigen) sich auffällig auszustatten. Doch was ist vom Modeschmuck zu halten? – Ist er tatsächlich eine akzeptable Alternative zu teuren Klunkern oder sind in Wahrheit nur die wirklich teuren Stücke vertretbar?

Die Zeiten haben sich geändert, so viel steht fest: 2013 säumen so viele Bijou Brigitte- und Claire’s-Filialen die Shopping-Malls und Einkaufsstraßen, dass man schon fast das Gefühl bekommt, dass man die „echten“ Juweliere vor lauter „falschen“ kaum noch wahrnimmt. So weit, so provokant. Natürlich – das wissen wir – ist es nicht ganz so schlimm. Nichtsdestotrotz sind einigen Leuten diese vielen Billig-Schmuckgeschäfte ein Dorn im Auge. Und zwar jenen, die auf echten Schmuck aus echtem Silber, echtem Gold und echten Edelsteinen beharren. Die Argumentation unter den Echtschmuck-Anhängern sind dabei stets sehr ähnlich: Modeschmuck ist reiner Fake, die Qualität ist schlecht und von Langlebigkeit kann keine Rede sein. Hand auf’s Herz: Die Kritiker sagen die Wahrheit. Günstiger Modeschmuck ist in seiner Beschaffenheit tatsächlich viele Stufen unter den teuren Exemplaren von Christ und co. angesiedelt, hält weniger aus und sieht oft auch schlechter aus.

ABER: Sind sich die Fans des günstigen Modeschmucks darüber nicht völlig im Klaren? Sie wissen es doch selbst, dass die Ware, die sie in den einschlägigen Günstig-Geschäften kaufen, nicht den allerhöchstens Qualitätsstandards entspricht. Aber vielleicht ist dies auch gar nicht nötig. Denn kleine Abstriche in der Qualität machen den Modeschmuck zumindest bezahlbar – und der Preis ist schließlich immer noch Kaufargument Nummer Eins. Dies wiederum führt dazu, dass der Verlust von Modeschmuck bei Weitem nicht so tragisch ist, wie der eines 2000-Euro-Kolliers. Vielleicht mag die Dame mit edler Perlenkette mehr Blicke auf sich ziehen, als die Dame mit der unechten – aber zumindest wird Letztere das Abhandenkommen ihres Schmuckes mit einem müden Achselzucken honorieren, während sich bei Ersterer Weltuntergangszenarien abspielen würden.

Bleibt also noch das Argument des Looks: Und auch dies kann dem Modeschmuck vergleichsweise wenig anhaben, haben die Hersteller ihre Arbeit in den letzten Jahren sehr stark verbessert. Richtig gut gemachter Modeschmuck oder Modeschmuck der gehobenen Klasse – etwa von Swarovski oder Thomas Sabo – kann richtig edel und trendy aussehen, und das bei mehr als bezahlbaren Preisen. Die alte Leier, dass alles was billig ist auch gleich billig aussieht – sie trifft heute immer seltener zu.

Nichtsdestotrotz ist das Gefühl, wertvollen Schmuck zu tragen durch nichts aufzuwiegen. Auch was Fertigungsqualität, Wertigkeit und entsprechende Optik angeht, kann Modeschmuck mit dem Original nicht mithalten. Insofern rechtfertigen sich die hohen Preise für echtes Gold, Diamanten, Platin und Edelsteine. Sein wir ehrlich: Jeder antwortet auf die Frage, ob die Steine nun echt seien lieber mit Ja als mit Nein. Zudem sind Korrosion, Hautunverträglichkeiten und Abnutzungserscheinung bei hochwertigem Schmuck viel seltener, bei Modeschmuck sind diese Punkte dagegen nach wie vor ein großes Problem.

Wer also auf Qualität besteht, Fake-Ware verabscheut und die nötigen Euros auf der Bank hat, der darf und soll zu echtem Gold und echten Perlen greifen. Wer jedoch – aus welchen Gründen auch immer – darauf verzichten muss oder dies sogar bewusst will, der findet im Modeschmuckbereich heute tatsächlich ansprechende Alternativen zu bezahlbaren Preisen. Und wer sich abseits dieses Schwarz/Weiß-Denkens bewegt, der nimmt sich das einfach das Beste aus beiden Welten und kombiniert nach Lust und Laune drauf los – oder greift zu den zahlreichen hinreißenden Stücken des gehobenen Modeschmucks diverser Trendmarken.